23.–24. Oktober 2018 | Kameha Grand, Bonn

Big Data für Online-Händler25.06.2013

Big Data ist nicht nur ein neues Buzzword der Marketing-Branche, um Budget-Diskussionen loszutreten, sondern birgt für alle, vom Marketeer zum Politiker, ein großes Potenzial – auch für Online-Händler.

Big Data ist überall

In jeder Minute werden weltweit ca. 640.000 Gigabyte an IP-Daten über das Internet zwischen Nutzern, Firmen und Bots transferiert. In 60 Sekunden finden 277.000 Facebook-Logins statt. Zwei Millionen Suchanfragen werden von Google in dieser Zeit bearbeitet und YouTube bekommt mit jeder Minute die vergeht 72 Stunden neuen Content. Big Data ist ein Überbegriff für die Bemühungen, diese Datenmengen zu analysieren und in bare Münze zu verwandeln.

Die großen Herausforderungen beim Thema Big Data sind die enormen Datenmengen (Volume), die heterogene Datenstruktur (Variety) sowie die Geschwindigkeit (Velocity), in der die Daten entstehen und genutzt werden können.

Chancen für den Online-Handel

Auch im Online-Handel entstehen durch die Nutzung unterschiedlicher Devices wie Smartphones und Tablets, durch Social Media und neue Marketingmöglichkeiten wie Retargeting und Real-Time-Bidding, enorme Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen.

Das Erheben, Sammeln und Speichern dieser Daten über die gesamte Customer Journey stellt heutzutage keine große Schwierigkeit mehr dar, sondern vielmehr die sinnvolle Analyse der Daten und das Ableiten von Mehrwerten für Unternehmen und Kunde.

So ist es zum Beispiel für viele Händler, die sowohl stationär als auch online aktiv sind, schwierig, die Wechselwirkungen dieser beiden Kanäle zu messen und das Kundenverhalten kanalübergreifend zu analysieren. Denn wertvolle Daten entstehen beim Kauf eines Artikels (online und offline) wie auch während der Entscheidungsphase vorher (online und offline). Hier müssen die richtigen Messwerkzeuge und Analyse-Tools angesetzt werden, um heterogene Daten miteinander in Beziehung zu bringen und  nützliche Auswertungen durchführen zu können.

So lassen sich z.B. aus dem Interesse nach bestimmten Produkten Folgekäufe anderer Produktgruppen vorhersagen. So konnte die amerikanische Handelskette Target aus den Käufen bestimmter Gesundheitsprodukte sehr früh ableiten, dass die jeweilige Kundin wahrscheinlich schwanger sei und ihr darauf abgestimmte Produkte anbieten.

Auch die Entscheidung, welchen Kunden man mit einem Gutschein oder einem persönlichen Rabatt einen zusätzlichen Anreiz geben möchte, den Online Shop oder die Filiale zu besuchen, lässt sich mit Hilfe von Big Data Analysen optimieren.

Big Data: Herausforderung durch Datenverknüpfung

Der nächste Schritt bei der Nutzung unterschiedlicher Datenquellen ist die Verknüpfung externer Daten mit internen Informationen. Ein einfaches Beispiel ist hier die Verbindung von Kaufdaten mit Wetterdaten zur besseren Aussteuerung von Marketingmaßnahmen. So ist es schon länger möglich das Zielgruppentargeting derart zu optimieren, dass bestimmte Display Ads nur in den Orten angezeigt werden, in denen aktuell die Sonne scheint. Bademode wird bei Sonne einfach öfter gekauft als bei Regen.

Eine weitere Ausbaustufe ist die Anreicherung personalisierter Kunden- oder Interessentenprofile mit möglichst vielen relevanten internen und externen Informationen.

Big Data ist im Begriff sich zu einer wichtigen Ressource im Online-Geschäft zu entwickeln. Dabei beeinflusst Big Data aber auch den Offline-Bereich eines Unternehmens. Um von den Möglichkeiten der strukturierten Datenerfassung und gezielten Datenanalyse zu profitieren, sollten Händler jetzt investieren. Big Data ist der Schlüssel zu einer One-to-One-Verkaufsbeziehung mit dem Online-Kunden.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortet als Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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