12.-13. Oktober 2016 | AREAL BÖHLER DÜSSELDORF

Bombig oder mau? So lief das Weihnachtsgeschäft 201513.01.2016

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Niedrige Zinsen, geringe Inflation, sinkende Energiekosten, solider Arbeitsmarkt – die Rahmenbedingungen für das Weihnachtsgeschäft 2015 in Deutschland waren soweit in Ordnung! Und tatsächlich gehen die Statistiker von Steigerungsraten im deutschen Handel aus, die wir zuletzt 1994 gesehen haben, also vor mehr als 20 Jahren!

Aber wie sieht das im europäischen Vergleich aus? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse in Deutschland, wenn man die einzelnen Branchen betrachtet? Wächst der stationäre Handel genauso stark wie der Online-Handel?

Wir haben uns einige Zahlen und Prognosen zum Weihnachtsgeschäft 2015 angeschaut.

 

HDE: Gutes Wachstum im Weihnachtsgeschäft 2015 – aber das Wachstum kommt nicht zwingend in den Innenstädten an

 

Der Handelsverband Deutschland HDE geht in seiner Prognose von einem Umsatz von 86,7 Mrd. EUR im Weihnachtsgeschäft 2015 aus. Das wären im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von nominal 2%.

Für das ganze Jahr 2015 rechnet das Statistische Bundesamt mit einem Plus zwischen 2,8 und 3,1 Prozent, basierend auf den Zahlen für die ersten 11 Monate. Das hatten wir in Deutschland das letzte Mal in 1994, und damals kam die deutsche Wirtschaft aus einer tiefen Rezession.

Aber: In den Innenstädten kommt der Boom nicht unbedingt an. Haupt-Profiteur ist der Internet- und Versandhandel, der lt. Statistischem Bundesamt 2015 mit über 9% gewachsen sein wird. So führt der Boom im interaktiven Handel dazu, dass Versender wie DHL in der Woche vor Weihnachten bis zu unglaublichen 7,5 Mio. Sendungen pro Tag verarbeiten!

 

Welche Branchen hatten den größten Anteil am wachsenden Weihnachtsgeschäft 2015?

Neben dem Internet und Versandhandel konnten 2015 vor allem Bücher, Schmuck, Uhren, Lebensmittel, Möbel, Haushaltsgeräte und -waren Umsatzzuwächse verbuchen.

„Gut läuft es im Einzelhandel für Spielwaren“, so Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschlands (HDE) im Dezember. Das Weihnachtsgeschäft hat in dieser Branche mit etwa 40% einen besonders hohen Anteil am Jahresergebnis.

Nicht so berauschend lief es hingegen für Waren- und Kaufhäuser sowie Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren, die aufgrund des milden Winters eine Art Sondersituation hatten und daher im Gesamt-Jahresvergleich wohl stagnieren werden.

Einen generellen Trend sieht Martin Groß-Albenhausen, stellv. Geschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel bevh, darin, dass die Weihnachtsgeschenke verstärkt in den letzten vier Wochen des Jahres gekauft werden:

„Dank Same Day Delivery führen in diesem Jahr Einkäufe auf den letzten Drücker nicht mehr zu schlaflosen Nächten“, so Groß-Albenhausen. Bei manchen Händlern hätten die Kunden sogar noch bis zum 24. Dezember zur Mittagszeit bestellen können, ohne mit leeren Händen vor ihren Liebsten zu stehen.

Otto mit bestem Weihnachtsgeschäft aller Zeiten

Für den Versandhändler Otto war es das „beste Weihnachtsgeschäft aller Zeiten“, so Ulrike Abratis, Pressesprecherin Otto, mit zweistelligem Umsatzplus rund ums Fest.

Dazu hat auch die Kampagne „Weihnachten ist in Dir“ beigetragen, die lt. Unternehmensangaben mit 7,6 Mio Plays auf YouTube und Facebook, 77.000 Likes und 27.000 Shares die erfolgreichste Kampagne der Unternehmensgeschichte war.

Die Werbekampagnen der führenden Händler rund um die Festtage haben wir im Dezember auf unserem Blog vorgestellt.

 

Unterschiedliche Handelskonjunkturen in Europa

Nicht überall in Europa können jedoch solche Zahlen wie in Deutschland vermeldet werden. So berichten die großen Handelsketten in Großbritannien („The Big 4“ Sainsbury’s, Morrisons, Tesco und Asda) durchgängig von schrumpfenden Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr.

Einer der Hauptgründe: Das starke, zweistellige Wachstum von Aldi und Lidl in Großbritannien. So hat Lidl dieses Jahr den Mince Pie-Markt in Großbritannien aufgerollt. Mince Pie ist ein traditionelles britisches Süßgebäck, das zur Weihnachtszeit verzehrt wird. Der Mince Pie von Lidl bekam Bestnoten in Geschmackstests, wurde intensiv beworben – mit dem Ergebnis, dass in fast allen Märkten die süßen Gebäckstücke ausverkauft waren.

So lief das Weihnachtsgeschäft 2015

Traditioneller Mince Pie: Der Renner bei Lidl im Weihnachtsgeschäft UK

RetailMeNot, der digitale Marktplatz für Gutscheine und digitale Angebote, hat gemeinsam mit dem Centre for Retail Research die Internationale Weihnachtsstudie 2015 erstellt.

Nach der Untersuchungen wuchs das Weihnachtsgeschäft 2015 am stärksten in Großbritannien (+2,5%, aufgrund des sehr starken Wachstums des E-Commerce Umsatzes), Spanien (+2,8%) und Deutschland (+2,3%). Der EU-Durchschnitt beläuft sich auf +1,8%. Weniger stark fällt das Wachstum in Belgien (+1,3%), Niederlande (+1,4%) und Frankreich (+1,5%) aus. Italien (+0,8%) wächst nur schwach, trotz starken Zuwächsen im E-Commerce Sektors.

 

Mark Your Calendar: wichtige Branchentermine

Die Learnings aus diesen Trends werden bereits vom 26.-27. Januar 2016 auf der Konferenz Online Handel in Düsseldorf im Fokus stehen.

Vom 12.-13. Oktober dann trifft sich die Branche wieder in Düsseldorf auf dem NEOCOM Kongress und der NEOCOM Messe.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortet als Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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