23.–24. Oktober 2018 | Kameha Grand, Bonn

Die Kunden wollen es so – Explosion im digitalen Universum14.03.2014

Die Mobilität und das mobile Internet werden im Handel der Zukunft eine herausragende Rolle spielen: Die Zahl der Smartphone-User explodiert förmlich und wird sich in den nächsten Jahren noch einmal in etwa verdoppeln. Bereits mehr als 46 Prozent der deutschsprachigen Wohnbevölkerung nutzen regelmäßig internetfähige Mobiles für den Zugang ins World Wide Web, so eine aktuelle Erhebung des eWeb Research Centers der Hochschule Niederrhein in Zusammenarbeit mit kaufDA/ Bonial. Sie gebrauchen ihr Gerät nicht mehr nur zum Telefonieren, E-Mail-Schreiben oder Chatten, sondern zunehmend auch zur Suche von Produktinformationen oder zum unmittelbaren Online-Kauf. Auch stationäre Käufer beginnen mittlerweile ihren Einkaufsprozess mit der Recherche im mobilen Netz und nutzen dafür verstärkt lokale Dienste. Zwar nutzen Smartphonebesitzer dazu auch andere Gerätetypen, also Desktop, Mobile oder Tablet, gestartet wird die Informationsrecherche aber überwiegend mit dem Smartphone. Dieses erfolgt dabei häufig in Leerzeiten wie z.B. im Stau, in der Schlange oder im Wartezimmer. Den Informationsprozess setzen die Kunden zu Hause am Desktop fort, wo dann zunehmend auch gekauft wird. Google nennt dieses Phänomen „Multi-Screening“. Aber nicht nur in Leerzeiten, auch parallel zum Fernsehen wird immer mehr im mobilen Internet gesurft, entweder per Mobile oder per Tablet. Dabei treffen Kunden immer häufiger bereits Kaufentscheidungen, die zum Teil im Online-Shop oder am nächsten Tag in einem stationären Geschäft zum Vollzug komme. Wo aber liegen die Grenzen der Smartphone-Nutzung? Die Frage kann nur aus Sicht der User beantwortet werden, denn diese treiben die Entwicklung: Die Kunden wollen es so. Die Nutzung der Internet- und Mobile-Technologie steht aktuellen Studien zur Folge vor allem in Deutschland erst am Anfang. Einige harte Wachstumsfaktoren werden erst noch wirksam, wie unter anderem die allmähliche Verbesserung der  immer noch schlechten und sich erst langsam aufbauenden Connectivity und Netzinfrastruktur in Deutschland. Hinzu kommt das sich erst noch entwickelnde Angebot stationärer Händler im Netz oder aber die allmählich auf den deutschen Markt kommende internationale Online-Konkurrenz, die zukünftig verstärkt aus den asiatischen Ländern kommen wird. Die nächsten Amazons und Googles werden wahrscheinlich aus China kommen, das digital enorm aufrüstet.

Sie werden ein strategisches Fenster nutzen können, denn die meisten deutschen Online- und vor allem Mobile-Shops hinken dem Stand  ausländischer Anbieter hinterher und werden sich in den nächsten Jahren erst noch professionalisieren müssen. Dieses werden vor allem die auf die Märkte drängenden „Digital Natives“ oder besser „Smart Natives“ einfordern. Insbesondere die „Smart Natives“. Diese „Smartphone-Intensivnutzer“ sind noch jung und in den meisten Fällen noch nicht geschäftsfähig. Mit ihrem Eintritt als Kunden in die Handelslandschaft wird sich das Online- und Mobile-Wachstum die nächsten Jahre noch beschleunigen und sich damit die disruptive Entwicklung der letzten Jahre weiter fortsetzen. Im Zuge dieser Entwicklung wachsen derzeit die direkt über Smartphones realisierten Mobile-Commerce-Umsätze progressiv an, und zwar mindestens doppelt so stark wie die des „normalen Online-Handels“. Bis 2020 wird sich das Mobile-Commerce-Umsatzvolumen voraussichtlich mehr als verzehnfachen, was dann rund 35 Prozent vom gesamten Online-Handelsumsatz ausmachen dürfte. Dieses würde dann mehr als 200 Milliarden Euro Mobile-Commerce-Umsatz in Europa und mehr als 27 Milliarden Euro in Deutschland entsprechen, also der Summe der gesamten Online-Handelsumsätze des Jahres 2012. Dieser Umsatz gibt allerdings bei Weitem nicht die tatsächliche Bedeutung des Mobile-Commerce wieder. Bei der parallelen Nutzung der unterschiedlichen Einkaufs- und Informationskanäle – auch Omni-Channel-Nutzung genannt – kommt dem mobilen Internet zusätzlich eine wesentliche Zubringerrolle für das stationäre Geschäft zu. So wird die Rolle des mobilen Netzes zur generellen Kaufvorbereitung bedeutender und beeinflusst nachhaltig den Kauf im Laden. Dazu wird zunehmend das Smartphone oder der Tablet-PC benutzt, die bereits „Hauptzugangsgerät“ für soziale Netzwerke geworden sind.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortete als ehemalige Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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