23.–24. Oktober 2018 | Kameha Grand, Bonn

Mobile Shopping vielfach mit Nachholbedarf08.10.2014

Mobile Webauftritte von Online-Shops fristen heute vielfach noch ein Nischendasein. Meist handelt es sich hierbei um separate Auftritte mit teilweise erheblichen Schwächen in Sachen Usability. Nur mit Investitionen ist es häufig nicht getan – mobile-Strategien erfordern einen tiefgreifenden Bewusstseins- und Organisationswandel.

Bereits 2013 waren 97 Prozent aller verkauften Handys Smartphones. Mit dem Siegeszug von iPhone und Co. und der weiteren Verbreitung von Tablets nimmt auch die Bedeutung von Mobile Commerce eine immer wichtigere Rolle im Online-Handel ein. Dabei erhöht Mobile Commerce die Ansprüche an das gebrauchstaugliche Design von Online-Shops erheblich. Mobile Auftritte müssen relevant, übersichtlich und schlank sein. Die Gestaltung muss sich möglichst optimal an die jeweiligen Bedürfnisse der Nutzer anpassen, wobei sich diese nicht, wie in der Frühzeit des Smartphone-Booms angenommen, auf selten auftretende, spezielle mobile Szenarien beschränken. Vielmehr erwarten mobile Shopper heute alle Annehmlichkeiten, die sie vom Online-Shopping über PC und Laptop gewohnt sind. Spätestens mit den so genannten Smart Natives wächst eine Generation von Kunden heran, die bevorzugt über mobile Endgeräte mit ihrem Online-Händler in Kontakt tritt – wie eine Befragung des ECC Köln von 16- bis 25-jährigen Smartphone-Nutzern gezeigt hat. Und: Die Anforderungen dieser Zielgruppe an mobile Auftritte von Online-Shops liegen noch weit höher als die des durchschnittlichen Mobile Shoppers.

Dennoch sind Produktrecherchen auf Smartphones häufig unübersichtlich und mühselig, während Servicefunktionen meist nur rudimentär oder gar nicht realisiert sind. Dies sind nur zwei exemplarische Ergebnisse des Mobile Web Commerce Benchmark, einer Studie des ECC Köln in Kooperation mit Anstrengungslos, die Design und Usability von Online-Shops auf Smartphones und Tablets untersucht. Das Thema Nutzerfreundlichkeit ist vordergründig zwar schon immer wichtig für den Online-Vertriebserfolg, steht jedoch häufig noch nicht im Mittelpunkt der Überlegungen, sondern wird oftmals als Qualitätssicherungsmaßnahme oder als Teil der Conversion Optimierung abgetan. Um am steigenden Umsatzanteil von mobilen Devices langfristig zu partizipieren, müssen Online-Händler dieses Thema endlich stärker in den Fokus rücken.

 

Höchste Zeit zu Handeln

Ob Handy, Tablet, Laptop oder PC: In Zukunft wird eine Trennung zwischen verschiedenen Geräteklassen technisch und organisatorisch keinen Sinn mehr ergeben. Der E-Commerce ist fest im Einkaufsalltag vieler Konsumenten verankert und auch Mobile Commerce wird hierbei einen festen Platz einnehmen. User werden an das Shopping-Erlebnis mit Tablet und Handy dieselben hohen Anforderungen stellen, wie an Online-Shops, die über den Laptop angesteuert werden. Um erfolgreich an dieser Zukunft teilnehmen zu können, müssen Online-Händler ihre mobile Strategie und ihre Anstrengungen im Bereich gebrauchstaugliches Design stärker fokussieren. Responsive Web Design und verwandte adaptive Technologien zeigen einen Weg auf, wie Zugriffe verschiedener Geräteklassen technisch aus einer Hand bedient werden können.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortete als ehemalige Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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