23.–24. Oktober 2018 | Kameha Grand, Bonn

Online-Video: Facebook und YouTube im Battle. Wer gewinnt?25.11.2015

Online-Videos sind für viele Händler ein wichtiger Bestandteil des Content Marketing. Player wie der Musik-Instrumente-Händler Thomann setzen sehr stark auf Bewegtbild-Strategien. Neben den etablierten Plattformen wie YouTube oder Vimeo bietet auch Facebook die Möglichkeit an, Videos direkt auf der Plattform zu veröffentlichen.

Wie ist der aktuelle Stand dieses „Battles“?

 

Multichannel-Händler setzen auf Online-Videos

 

Wenn Musiker sich für ein Instrument entscheiden, recherchieren sie online. Und sie schauen sich Produktvideos an. Eine Menge davon. Der Musikalienhändler Thomann aus Burgebrach in der Nähe von Bamberg weiß das und investiert daher viel in die Produktion von aussagekräftigem Online Video-Content. Nicht umsonst wurde das Unternehmen bereits 2013 mit dem Deutschen Handelspreis ausgezeichnet, unter anderem wegen seiner erfolgreichen Online-Content-Strategie.

 

Ein anderer Online-Shop, der stark auf Bewegtbild setzt, ist The Whisky Store. Auf der NEOCOM 2015 hielt Horst Lüning einen launigen und inspirierenden Vortrag über seine Vorgehensweise dabei. Im Zentrum stehen seine Verkostungsvideos. Aber auch andere gesellschaftliche Themen greift Horst Lüning zur Freude seiner mittlerweile fast 24.000 YouTube Abonnenten in Online-Videos auf. Lesen Sie dazu auch unser Interview mit Horst Lüning.

 

Lange Zeit die Nummer 1 bei Online Video: YouTube

 

YouTube stand als Synonym für Online-Videos. Seit nunmehr 10 Jahren gibt es die Plattform, die zum Imperium von Alphabet Inc. (vormals Google Inc.) gehört. Sie beeindruckt noch immer mit starken Zahlen: Über eine Mrd. Menschen nutzt YouTube pro Monat. Die durchschnittliche Viewing Session Dauer auf Mobilgeräten liegt mittlerweile bei mehr als 40 Minuten. Das Wachstum geht weiter, so die offiziellen YouTube Statistiken.

 

Keine Frage also, dass für viele Händler ein YouTube Kanal zum Standard gehört. Mit attraktiven Werbeangeboten bietet die Plattform eine Menge Möglichkeiten, über Video-Views Conversions zu erzeugen. Ein Beispiel hierfür ist der Multichannel-Händler RevZilla aus Philadelphia. Wie er Video-Anzeigen einsetzt, finden Sie in der YouTube Fallstudie.

Online-Video-Fallstudie-Youtube

 

Facebook hat aufgeholt beim Online Video

 

Eins ist jedoch klar: Der Social Media Gigant Facebook lässt sich solch ein immenses Geschäft nicht entgehen. Seit nunmehr gut zwei Jahren bietet es die Autoplay-Funktion an, die direkt im Nachrichtenstream Videos anzeigt, zunächst ohne Ton. Seitdem steigen die Nutzerzahlen und die Reichweite von sogenannten Facebook Native Videos stetig an. Der Trend wird klar, wenn man sich diese Grafik von Socialbakers anschaut.

Socialbakers Grafik Online Video

 

 

Nachrichten-Anbieter wie die Bild haben sich auf das Nutzerverhalten und die Wiedergabe-Optionen eingestellt und ihre Online Video-Angebote für die Facebook Plattform optimiert. Ein gutes Beispiel ist Bild Daily, das mit viel Text versehen ist, um auch ohne Ton zu funktionieren und die Nutzer so sprichwörtlich in das Video hineinzuziehen. Zudem wird das Video im Portrait-Format angezeigt, um es optimal auf Smartphones nutzen zu können.

Bild Daily Online Video

(Klicken Sie auf das Bild, um den Post anzuschauen)

 

 

 

Konsequenzen für Online-Händler

 

Was ist nun die richtige Strategie für Online-Händler? Sollten immer beide Plattformen belegt werden? Das Online-Fachmagazin Marketing Land aus den USA hat beide Plattformen nach verschiedenen Kriterien beurteilt:

 

  • Wie wird der Content gefunden: YouTube wird gern als die zweitgrößte Suchmaschine der Welt bezeichnet. Also suchen Konsumenten speziell auf YouTube nach Informationen über Produkte oder Themen. Auf Facebook hingegen werden Videos im Nachrichtenstream angezeigt – oder auch nicht, abhängig von den Newsstream-Algorithmen des blauen Giganten. Inwieweit die neue Facebook Suchfunktion Videos besonders berücksichtigt, steht noch abzuwarten.
  • Wie wird der Content verteilt? YouTube verfügt über ein breites Netzwerk an Partnern und Apps, um seinen Content zu verbreiten, vom Apple TV über Chromecast, Amazon Fire und vielen mehr. Ein Vorteil für das etablierte Video-Netzwerk? Mag sein, aber wie wir bei dem Beispiel der Bild gesehen haben, werden mehr und mehr Videos speziell für die Nutzer-Situation auf Facebook optimiert und verlängern so die Verweildauer auf dem sozialen Netzwerk.
  • Wieviel Premium Content ist vorhanden? Klarer Vorteil für YouTube, denn 10 Jahre Video-Uploads sind schon ein Brett, das Facebook nicht so schnell aufholt. Es gibt fast nichts, was sich nicht auf YouTube finden lässt. Allerdings hängt dieser Vorteil stark davon ab, für welche Plattform sich die Content Creators am Ende des Tags entscheiden. Je mehr renommierte „YouTuber“ zu „Facebookern“ werden, um so mehr wird auch dieses Pendel auf die andere Seite ausschlagen.

 

Klar ist, dass native Videos auf Facebook eine höhere Reichweite erzielen als andere Arten von Posts, so Socialbakers. Eine erfolgreiche Facebook-Strategie kann also nicht auf native Videos verzichten.

 

Auf der anderen Seite ist YouTube immer noch mehr als 8-mal so groß wie Facebook-Video, bezogen auf die aggregierte Video-Viewing-Time pro Tag. Es kann einem schon ein wenig schwindlig werden, wenn man bedenkt, dass die Welt pro Tag zusammen genommen

  • 46.000 Jahre auf YouTube verbringt UND
  • 5.625 Jahre auf Facebook Videos konsumiert!

 

Eindeutig nicht empfehlenswert ist es hingegen, YouTube Videos einfach auf Facebook zu verlinken. Allein die Darstellungsgröße von Facebook-Videos zu YouTube Videos im Newsstream ist Grund genug, sich die Zeit zu nehmen und Video-Content zumindest parallel auf beiden Plattformen zu veröffentlichen. Idealerweise sollten die spezifischen Unterschiede im Nutzungsverhalten auf den beiden Plattformen auch bei der Aufbereitung des Content berücksichtigt werden.

Einige weitere Anregungen zu dieser Fragestellung finden Sie in diesem Blogbeitrag von Hootsuite.

Die Bedeutung von Content und Rich Media Angeboten haben auch die Aussteller auf der NEOCOM hervorgehoben. Einige Stimmen und Einschätzungen finden Sie hier auf dem NEOCOM Blog.

Die NEOCOM 2016, The Place To Be für den interaktiven Handel, findet vom 12.-13. Oktober in Düsseldorf auf dem Areal Böhler statt.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortete als ehemalige Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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