12.-13. Oktober 2016 | AREAL BÖHLER DÜSSELDORF

Social Commerce: Vom Empfehlungsmanagement zum Co-Browsing01.08.2013

Warum wir sozial einkaufen (wollen)

Wir haben in den letzten Jahren eine enorme Ausweitung von E-Commerce und seinen Spielarten erlebt. Der Boom dieser neuen (Online-) Shopping Ausprägungen steht gerade erst am Anfang und liefert uns einen Vorgeschmack auf ein Zeitalter, in dem disruptive Technologien die Retail-Landschaft verändern werden.

Dabei lässt sich beobachten, wie digital und analog erlernte Shopping-Verhaltensweisen neue Erwartungen in der jeweils anderen Welt auslösen. Besonders der Versuch die sozialen Interaktionen des physischen Shoppens im Netz nachzuempfinden – das Social Shopping – wird so zum Leitparadigma. Der Konsument von heute konsumiert sinnstiftend und sehnt sich auch zukünftig nach Sozialem und Sinn im Einkaufsprozess.  Technologische Innovationen soll(t)en demgemäß, so die hier vertretene These, in erster Linie darauf abzielen, Online Shopping zu einem sozialen Erlebnis und es noch alltagsähnlicher zu machen.

Einen Einblick, wie Social Commerce dem physischen Einkaufen in Struktur und Aufbau näher rückt, sehen wir heute vor allem in Peer to Peer Empfehlungen und Crowdshopping.

Social Shopping heute: P2P Recommendations & Crowd Shopping

„Holst Du schon mal ein Instacart – ich geh schon mal in die Gemüseabteilung!?“ Das Start-Up Instacart aus San Francisco ermöglicht seinen Kunden den gemeinsamen Lebensmitteleinkauf. Über die Funktion „Shop with Friends“ können mehrere Personen gemeinsam einen virtuellen Einkaufswagen befüllen. WGs und Bürogemeinschaften freuen sich die manchmal einfach notwendigen gemeinsamen Einkäufe auch digital und effizienter erledigen zu können.

Neben dem Crowd Shopping, das noch in den Kinderschuhen steckt was die technischen Möglichkeiten angeht, wird auch das gemeinsame Shopping-Wissen sozial verfügbar gemacht.

Just Buy This One – die Entscheidungshilfe der Vielen erscheint dem suchenden Shopper glaubwürdiger als andere Empfehlung, da sich die Masse der Konsumenten auf eine Art Kanon der besten Produkte einigt. Und auch Google Shopping bietet neuerdings über die Verknüpfung mit Google+ Accounts Freunden die Kaufentscheidung von Freunden als Hilfe an. Wie in der analogen Welt zeigen sich die Nutzer gegenseitig, was sie gekauft haben und sprechen Empfehlungen aus. Diese ersten Annäherungen an reale, alltägliche Einkaufsmuster werden in Zukunft noch stärker.

Social Shopping morgen: Co-Browsing & Nowism

Was erwartet uns also noch? In Zukunft wird die Live-Situation des sozialen Einkaufens noch mehr in den Mittelpunkt rücken. Wie im realen Einkaufserlebnis treffe ich dann dort, wo ich mich shoppend gerade aufhalte, auf Leute, mit denen ich mich austauschen kann – die Käsetheke 2.0, wenn man so will.

Bei Bagg.it können Konsumenten gleichzeitig und gemeinsam shoppen gehen. Produkte aus Partnergeschäften werden in unterschiedlichen virtuellen Einkaufstüten hinterlegt und geteilt. Wie beim Shoppingbummel durch die Stadt kann ich so in einem Rutsch in vielen Geschäften einkaufen und nehme trotzdem alles zusammen mit nach Hause.

Fast so real wie die kleinen Konversationen an unterschiedlichen Touchpoints einer Shoppingreise wird das Navigieren durchs Web mit metaweb. Die Anwendung ermöglicht spontane und anonyme Interaktionen, Ideen- und Datenaustausch zwischen den Shoppern.

Ich treffe also – egal auf welcher Seite ich bin – die Menschen, die dort auch gerade sind. So wie ich im realen Leben, wenn ich von der Empfehlung einer anderen Kundin in der Parfümerie, zum Gespräch mit anderen Konsumenten an der Umkleide zusammentreffe.

In Zukunft gilt es, den Kaufprozess noch realer zu machen und mit alten analogen Shopping-Mechanismen zu verknüpfen. Bei aller Technologie sollte hier immer das Soziale und der Nutzen für den Konsumenten im Auge behalten werden. Bei allem Sozialen sollte allerdings auch langfristig nur in Technologien investiert werden, die alltagsorientierte Shoppingerlebnisse ermöglichen können.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortet als Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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