23.–24. Oktober 2018 | Kameha Grand, Bonn

Social Search Ansätze für die Praxis04.07.2013

Social Search als verknüpfendes Element zwischen Social Media und Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein noch recht neues Feld. Google & Co. räumen Signalen und Referenzierungen aus den Sozialen Netzwerken derzeit noch eine geringe Relevanz ein. Da Suchergebnisse jedoch immer weiter personalisiert werden und auch die Kommunikation zu großen Teilen in sozialen Netzwerken stattfindet, wird deren Bedeutung definitiv zunehmen. Neben Social Rich Snippets und einer damit einhergehenden, verbesserten visuellen Darstellung der Suchergebnisse, haben vor allem auch Social Links einen positiven Effekt auf die Natürlichkeit von Backlinkprofilen von Webseiten. Wettbewerbsvorteile verschafft sich derjenige, der frühzeitig die Verknüpfung zwischen SEO und Social Media geschickt für sich zu nutzen weiß. Ein Beispiel für die Social Search von Morgen liefert Google seit Anfang 2012 mit Google Search plus your World. Einführung in Deutschland war bereits für Ende 2012 geplant, musste jedoch nach Einschreiten der EU-Kommission vorerst ausgesetzt werden. Doch die Integration wird kommen und ein frühes Ausprobieren zahlt sich aus.

Wer sich dem Thema annehmen möchte, der sollte sich diese drei praktischen Anwendungsmöglichkeiten näher anschauen:

1. SEO Optimierung von Social Media Profilen

Eine Brandabfrage bei Google sollte in der Regel die Brandwebsite samt Sitelinks gefolgt von verschiedenen Profilen der Brand aufweisen: Facebook, Twitter und Co. im Mix mit Wikipedia, Markenshops und Branchenbüchern. Social Media Profile lassen sich bedingt auch SEO-optimieren, sodass bei der Brandabfrage jede Zielgruppe den für sie optimalen Kommunikationskanal selbst wählen kann. Auch im Sinne des Reputation Management eine ggf. sinnvolle Maßnahme, um das Informationsangebot zur Brandabfrage selbst gestalten zu können.

Eine Sonderstellung nimmt derzeit Google+ ein: Neben der bereits erwähnten Top 10 Position kommen hier noch zwei weitere SEO Aspekte hinzu: Da wäre zunächst der Knowledge Graph zu erwähnen. Ist die Google+ Unternehmensseite mit der Website beidseitig und erfolgreich verknüpft worden, blendet Google bei Brandabfrage aktuelle Beiträge in der rechten Spalte ein. Ist die Google+ Unternehmensseite verifiziert, kommt in der Regel die Ansteuerung über Google+ Direct Connect hinzu. Dies bedeutet, dass man aus der Googlesuche mit z.B.  „+zalando“ direkt zur Google+ Page von Zalando navigieren kann.

Das klar formulierte Ziel: Top 10 Rankings mit Social Media Profilen zur Stärkung der Markenkommunikation.

2. Nutzung von Social Plugins & Social Networks zur Förderung von Interaktion und Social Links

Der Google-Algorithmus basiert zum großen Teil auf Referenzierungen, derzeit hauptsächlich Links von anderen Domains. Da sich die Kommunikation in die Sozialen Netzwerke verlagert hat, sind Nennungen (Mentions) und Links (Social Links) die neuen Referenzierungen, die Suchmaschinen zukünftig zur Wertung heranziehen werden. Die Entstehung dieser basiert auf der gezielten Interaktion zwischen Website und User. Zur Zielgruppe passende Social Plugins am richtigen Platz zur richtigen Zeit platziert, z.B. am Point of Sale, provozieren im positiven Sinne den so wichtigen Dialog zu Unternehmensinhalten.

Ein weiterer essenzieller Aspekt in Bezug auf Social Networks: kein Linkbait ohne Seeding. Hier zeigt sich die Synergie zwischen SEO & Social ganz offensichtlich. Interessante Inhalte (Top-Auflistungen, Experteninterviews, How-to‘s, Whitepaper, Funny Stuff…), die Backlinks und Social Signals erzeugen sollen, werden gezielt in den Plattformen platziert, um eine maximale Reichweite zu erzielen.

Das formulierte Ziel: Social Links und Nennungen, um positive Relevanzsignale für Suchtechnologien zu generieren.

Zalando Tip-Artikel Grafik 1

3. Aufbau von Trust durch Autoren

Den Wert von Social Networks und den dort gesammelten Daten hat auch Google erkannt und im Juni 2011 sein eigenes Netzwerk Google+ gelaunched und seither massiv gepushed. Ein für Social Search sehr wichtiges Feature ist „Authorship“. Es ermöglicht die Verknüpfung von Texten auf unterschiedlichen Webseiten mit dem Google+ Profil des Autors. Apple-Tablet-Tip -Grafik 2Guter Content und die Reaktionen darauf können nun eindeutig einer Person zugeordnet werden und bei guter Reputation entsprechend Trust bei Google aufbauen. Aus mehreren Faktoren, wie u.a. der Anzahl der Artikel, deren Likes, Shares & Comments, errechnet sich dann der Author-Rank. Dieser Trust lässt sich wiederum positiv für die Marke und deren Webpräsenz nutzen, da Artikel von Autoren mit hohem Trust, in den SERPS (Search Engine Result Pages) bevorzugt werden. Zusätzlich werden sie auch mit dem Autorenbild versehen, womit Aufmerksamkeit, Klickrate und Traffic mit ansteigen. Noch in der Beta-Phase, aber dennoch sehr funktionell, bietet das Author-Rank Tool der OnPage.org-Macher einen guten Einblick ins Thema.

Erklärtes Ziel: Expertentum, Authentizität und Trust aufbauen!

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortete als ehemalige Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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