23.–24. Oktober 2018 | Kameha Grand, Bonn

Smart Natives und die Zukunft des Handels – Online-Shops werden Geschäfte nicht ersetzen16.06.2014

Welche Auswirkungen hat der Online-Boom auf die deutschen Innenstädte?  Um diese Frage beantworten und das zukünftige Konsumentenverhalten einschätzen zu können, hilft unter anderem ein Blick auf die sogenannten Smart Natives, junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, die ein Smartphone besitzen und dieses täglich nutzen. Sie geben als „Early Adopter“ einen Ausblick auf das zukünftige Konsumverhalten der Bevölkerung. Im Rahmen der Studie „Cross-Channel 2020 – Smart Natives im Fokus“, die das ECC Köln gemeinsam mit hybris realisiert hat, wurden über 500 Smart Natives  zu ihrem Kaufverhalten befragt. Die Ergebnisse zeigen:

 

Der Online-Kauf ist für Smart Natives eine Selbstverständlichkeit…

Obwohl der Online-Handel boomt, zählt rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung zu den traditionellen Handelskäufern, die nach wie vor stationäre Geschäfte bevorzugen. Die Mehrheit (65 %) der Smart Natives hingegen bezeichnet sich heute schon als selektiven Online-Shopper, der, abhängig vom Produkt, sowohl stationär als auch online gerne kauft. Ein Viertel der Smart Natives zählt sich sogar zu den begeisterten Online-Shoppern, die am liebsten im Internet einkaufen.

Für die Zukunft ist demnach mit einer weiteren Verschiebung weg vom traditionellen Handelskäufer zu rechnen: Kommende Generationen wachsen mit dem Internet auf und auch die heutigen Smart Natives werden Online-Shops völlig selbstverständlich als Einkaufskanal beibehalten.

 

…doch Online-Shops werden Geschäfte nicht ersetzen

Obwohl Online-Shops zukünftig fest zum Einkaufsstättenportfolio der Konsumenten gehören werden, droht der stationäre Handel nicht zu verschwinden. Die Befragung zeigt: Über 70 Prozent der Smart Natives glauben nicht, dass Geschäfte durch Online-Shops ersetzt werden können (vgl. Abb.).

Befragung: Glauben Sie, dass Online-Shops Geschäfte ersetzen können?

(n = 528)

 

Trotz ihrer hohen Online-Affinität, kaufen auch die heute 16- bis 25-Jährigen die meisten Produkte lieber in stationären Geschäften als im Internet. So werden vor allem Lebensmittel erwartungsgemäß am liebsten im stationären Handel gekauft. Aber auch bei Kosmetikprodukten und Möbeln liegen Ladengeschäfte bei den Smart Natives vorn. Anders sieht es bei Technik aus: Knapp 40 Prozent der Befragten erwerben Fernseher, Spielekonsolen oder Kameras am liebsten online. Auch Kleidung und Schuhe werden vergleichsweise gerne im Internet gekauft.

 

Cross-Channel wird von Smart Natives vorausgesetzt

Auch wenn ein Aussterben des stationären Handels in den nächsten Jahren nicht zu befürchten ist, besteht auf Seiten der Händler die Notwendigkeit, sich zu verändern. Die Konsequenzen der Digitalisierung zu ignorieren, wird sich kein Händler langfristig leisten können. Ist ein Anbieter  beispielsweise in mehreren Vertriebskanälen aktiv, erwarten die Smart Natives, dass sie zwischen diesen problemlos hin- und herwechseln können. So halten die 16- bis 25-Jährigen viele der in der Studie abgefragten Cross-Channel-Services größtenteils für notwendig. Besonders relevant ist für sie die Rückgabe der im Online-Shop bestellten Produkte in einem Ladengeschäft, Coupons oder Angebote, die sich sowohl online als auch im Geschäft einlösen lassen oder die Online-Verfügbarkeitsanzeige von Produkten in Ladengeschäften.

 

Fazit: Geschäfte werden nicht sterben, sich aber verändern müssen

Die Digitalisierung fordert den Handel heraus – kanalübergreifend. Auch der Einkauf in stationären Ladengeschäften muss den gestiegenen Anforderungen der Konsumenten an Bequemlichkeit und Schnelligkeit genügen. Vor allem muss die persönliche Beratung als einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile des stationären Handels stimmen. Denn nicht nur Smart Natives suchen beim Einkauf nach Orientierung. Cross-Channel-Handel wird im Jahr 2020 selbstverständlich sein und innovative Store-Konzepte werden zum Bild der deutschen Innenstädte dazugehören. An der Umsetzung der Wünsche der Smart Natives von heute sollte jeder deutsche Händler mit Hochdruck arbeiten – denn die Anforderungen nachwachsender Konsumentengenerationen werden darauf aufbauen.

Ioana Sträter
Ioana Sträter
Ioana Sträter

Ioana Sträter verantwortete als ehemalige Geschäftsführerin das Kongress- und Messeprogramm von Management Forum, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Handelsblatt. Zum Portfolio gehören neben der NEOCOM auch der Deutsche Handelskongress, der Deutsche Marketingtag, die Content World Konferenz und viele mehr.

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